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Lessing

"Mit Empfindung der aufrichtigsten Zärtlichkeit"

Briefwechsel zwischen Eva König und
G.E. Lessing

Gotthold Ephraim Lessing war von 1767 bis 1770 als Dramaturg am Hamburger Theater beschäftigt und befreundete sich in dieser Zeit mit dem Ehepaar Engelbert und Eva Catharina König; er wurde sogar Pate deren jüngsten Sohnes. Engelbert König starb 1769 auf einer Geschäftsreise in Italien. Daraufhin mußte sich Eva König um den Nachlaß ihres Mannes - eine Seiden- und eine Tapetenfabrik in Wien -
kümmern. Lessing wurde Bibliothekar in Wolfenbüttel und mußte später eine Italienreise mit dem Erbprinzen Leopold unternehmen, wovon er sich eine erhebliche finanzielle Verbesserung in Wolfenbüttel versprach. Aus der Zeit von 1770 bis 1776 sind fast 200 Briefen der beiden erhalten. Michael Dolata und Katinka Springborn lesen Auszüge aus dem Briefwechsel.

Faszinierend an diesem über sechs Jahre geführten Briefwechsel ist, daß sich hier zwei absolut gleichwertige Persönlichkeiten gegenüberstehen, die sich gegenseitig in Krisenzeiten aufbauen, sich miteinander beraten und versuchen, ihre jeweiligen Geschäfte so in Einklang zu bringen, daß sie ein Leben zusammen führen können. Eva Catharina König steht ihrem Verlobten auch in literarischer Hinsicht in nichts nach. Viel unterwegs, berichtet sie sehr charmant über ihre Reiseerlebnisse; z.B per Kutsche von Hamburg nach Wien - wie aufwendig eine solche Reise war, kann man sich denken. Lessing lernt man durch seine Briefe von einer völlig neuen Seite kennen; nicht als den hehren Dichter, sondern als einen ganz normalen Mann, der seine Launen und seine Träume hat und ständig nach einer besseren Stellung sucht. Trotz vieler Krisen unterschiedlichster Art auf beiden Seiten, versuchen sie, räumlich meistens getrennt, ihren Traum von einem gemeinsamen Leben, „bis ich Ihnen nicht mehr zu schreiben brauche“, nicht aus den Augen zu verlieren.
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